Weinverkostung bei Gerda und Wolfgang Rinner

Kürbis-Ingwer-SuppeBei der gestrigen Weinverkostung hat meine Gattin Gerda folgendes Menü zur Weinfolge zubereitet:

Kürbis- Ingwer-Suppe (nach einem Rezept von Johanna Mair)

Pikanter Rinderbraten (nach einem Rezept von Johanna Mair) mit Rosmarin-Röstkartoffeln und Rahmkolrabi mit Trüffelöl (nach eine Rezept von Leo’s Landhaus)

Happy Schoko-Vanille und Sherrycreme mit Portweinfeigen (nach einem Rezept von Johann Lafer)

Alpbachtaler Käsespezialitäten

Zur  Sicherstellung der Blindverkostung wurde ein neues System eingeführt: Je Wein und Teilnehmer wurde ein Bewertungs-Kärtchen verteilt, das erst ausgefüllt in eine Urne geworfen werden musste, um sicherzustellen, dass Name und Preis des Weines die Bewertung nicht beeinflussen.

Gewonnen hat dennoch der klare Favorit:

GabarinzaPlatz 1 – Gabarinza, 1999, von Gernot Heinrich mit 18,0 Punkten
Blaufränkisch, Merlot, Zweigelt

Der Gabarinza präsentierte sich trotz seiner 10 Jahre tadellos in Ordnung. In der Nase waren noch überraschend viele Fruchtaromen – Zwetschke, Brombeeren, Dörrobst – vorhanden, während die hervorragende Säurestruktur noch für ein rassiges Trinkerlebnis sorgte.

Platz 2 – Bienenfresser, 2004, von Pitnauer mit 17,4 Punkten

Der moderne Zweigelt aus dem Carnuntum war zweifelsohne die Überraschung des Abends. Im Glas noch jugendliches Rubinrot mit violetten Reflexen, in der Nase die typische Kirsche und ein unerwartet langer Abgang machten den Bienenfresser zum Preis-Leistungs-Sieger des Abends.

Platz 2 – 1007, 2001, von Feiler-Artinger mit 17,4 Punkten
Cabernet Sauvignon, Merlot

Wie immer bei Feiler-Artinger-Weinen war auch der 1007 eine Bank: Grundsolide Qualität prägten auch den sicher nicht einfachen Jahrgang 2001. Begeisternd war die feine Tanninstruktur und der bemerkenswerte Abgang.

Platz 4 – Mephisto, 1999, von Robert Goldenits mit 17,3 Punkten
Shiraz, Cabernet Sauvignon

Auch Robert Goldenits aus Tadten stand wieder einmal für solide österreichische Weinkultur: Sein Mephisto bot alles, was man sich von einem Wein in dieser Preisklasse erwartet.

Platz 4 – Shiraz, 2002, von Erich Scheiblhofer mit 17,3 Punkten

Der Wein unseres Freundes Erich Scheiblhofer war nahezu zum Verwechseln mit einem südaustralischen Shiraz in ähnlicher Preisklasse. Natürlich kann man dazu getrennte Meinungen haben und die österreichische Typizität wird hier vielen fehlen. Andererseits kann man sich aber auch nur ganz einfach darüber freuen, dass man um gut 20 Euro einen Spitzen-Shiraz bekommt, der nicht um die ganze Welt transportiert werden musste.

Von den Terrassen smaragdPlatz 6 – Von den Terrassen smaragd, 1995, von F.X. Pichler mit 17,2 Punkten
Riesling

Beim sehr typischen Riesling vom Wachauer Spitzenwinzer schieden sich die Geister: Einerseits wurden gute Bewertungen aufgrund der Typizität abgegeben, obwohl der Wein sich sicherlich dem Ende seiner Lebensdauer näherte, andererseits konnte man sich einfach mit den deutlichen Petrol-Aromen nicht anfreunden. Das Ergebnis war ein Platz im Mittelfeld.

Platz 6 – Ebenezer, 2000, von Hardy, South Australia mit 17,2 Punkten
Shiraz

Der Ebenezer war besagter Shiraz, der dem Produkt von Erich Scheiblhofer zum Verwechseln ähnlich war.  Für mich persönlich hat hier der Holzeinsatz sein oberes Limit erreicht: Die rauchige Eiche stand fast schon zu sehr im Vordergrund.

Platz 8 – Philippi, 1998, von Köhler-Ruprecht, Pfalz mit 17,0 Punkten
Blauburgunder

Der Philippi ist sicher als typischer deutscher Spätburgunder zu bezeichnen. Leider hat das Alter dem Wein doch etwas zu sehr zugesetzt. Fruchtaromen waren keine mehr vorhanden, weshalb es nicht mehr zu einem Platz an der Sonne reichte.

Platz 9 – Erster Nebel, 2000, von Paul Triebaumer mit 16,6 Punkten
Blaufränkisch, Cabernet franc, Nebbiolo

Das Nebbiolo-Experiment von Paul Triebaumer wurden eindeutig als misslungen bewertet. Obwohl der Blaufränkisch in dieser Cuvée überwiegt, hatte man aufgrund des Nebbiolos den Eindruck einer unpassenden Komposition.

TeranPlatz 10 – Teran, 2004, von Gianfranco Kozlovic, Istrien mit 16,3 Punkten

Meine kroatische Sommerentdeckung, der Teran, war die große Enttäuschung des Abends. Der Wein war generell einfach zu sauer. Zugegebenermaßen war es nicht exakt der Wein, den wir in Istrien getrunken hatte. Da dieser in Österreich nicht erhältlich war, hatte ich eine Teran-Alternative in ähnlicher Preisklasse bestellt. Zwei weitere Teran-Weine liegen noch im Keller und es bleibt abzuwarten, ob diese Produkte mehr Qualität aufweisen, als das Erzeugnis von Hr. Kozlovic.

Platz 11 – Carneros Chardonnay, 1995, von Robert Mondavi mit 16,2 Punkten

Der Chardonnay aus den USA hat zweifelsohne seine optimale Lagerzeit überschritten. Dennoch wurde der Wein überraschend schwach bewertet, was darauf hindeutet, dass die Flasche einen leichten Fehler gehabt haben könnte.

Begrüßungswein ohne Bewertung – Gärtling, 2006, von Nigl, Kremstal
Grüner Veltliner

Der Veltliner präsentierte sich knackig frisch mit Aromen von grünen Äpfeln und Zitrusnoten.

Ein Gedanke zu “Weinverkostung bei Gerda und Wolfgang Rinner

  1. Hallo Gerda, hallo Wolfi!

    Danke nochmals für den gelungenen Abend, es war lecker und lustig (v.a. dem Widsch sein Krämpf)!

    Auch wenn der eine oder andere Wein seinen Höhepunkt überschritten hatte, ist es doch immer interessant auch ältere Weine zu verkosten. Unsere „jungen“ Weinkeller geben da ja nicht allzuviel her!

    Freue mich schon auf die Carnuntum-Nachverkostung bei Euch!

    Servus aus Olka
    Max/Markus

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