Verkostnotizen Österreich

Ein verregnetes Wochenende bietet die ideale Gelegenheit um gemeinsam mit Freunden den aktuellen Reifezustand einiger österreichischer Erwerbungen zu testen:

Blaufränkisch Reserve, 2006 – Krutzler, Südburgenland

Ein hervorragender Zeitpunkt für diesen Wein: Der kräftige, würzige Blaufränkisch bestach durch seine für das Südburgenland typische Mineralität!

V.T.S. Vintage-Top-Selection, 2004 – Hans Moser, Neusiedlersee-Hügelland

Auch dieser 9 Jahre alte Tropfen präsentierte sich in idealem Zustand: Die Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet franc, Merlot, Syrah, Blaufränkisch und Zweigelt gab sich – entsprechend ihrer Zusammensetzung – sowohl in der Nase als auch am Gaumen sehr vielschichtig: In der Nase dominierten Heidel- und Brombeeren sowie Cassis. Am Gaumen bestachen die reifen, feinmaschigen Tannine. Die doch recht kräftigen Toastingnoten sowie der Alkohol waren sehr gut eingebunden.

Opus Eximium No. 17, 2004 – Albert Gesellmann, Mittelburgenland

Nachdem in letzter Zeit einige Opus-Jahrgänge nicht 100 %ig überzeugen konnte, war mit dem 2004er-Jahrgang klar, warum dieser Wein so große Beachtung in Österreich erfahren hatte: Die Cuvée aus Blaufränkisch, St. Laurent und Zweigelt hinterließ bereits in der Nase einen herrlichen Eindruck, der vor allem von Brombeeraromen geprägt war. Auch hier wieder ein herrliches, dem Gaumen schmeichelndes Tanningerüst und ein für diese Preisklasse durchaus beachtlicher Abgang.

Gotinsprun, 2003 – Walter Glatzer, Carnuntum

Die Cuvée aus Blaufränkisch, Zweigelt, Merlot und Syrah war ebenfalls perfekt gereift: Nach 10 Jahren leuchtete der Wein im Glas immer noch in tiefdunklem Rubingranat. Reife Fruchtaromen – vor allem nach Brombeeren und Cassis – dominierten in der Nase. Die feinen Tannine am Gaumen und der mittellange Abgang komplettierten das Trinkvergnügen.

Tribun, 2003 – Taferner, Carnuntum

Der Cabernet Sauvignon aus Göttlesbrunn hat so wie seine Vorgänger durch die Lagerung immens gewonnen: Eine kräftige, sortentypische Cassisnase eröffnete den Genuss, der mit feinmaschigen Tanninen und einem langen Abgang endete. Lediglich die dominanten Röstaromen ist man von moderneren Weinen nicht mehr gewöhnt, aber 2003 war wohl in Österreich auch der Höhepunkt der „Toastingphase“.

In Signo Leonis, 2001 – Heribert Bayer, Mittelburgenland

Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon und Zweigelt vereinigen sich hier in einer wuchtigen Cuvée: Die vielschichtigen, reifen bis überreifen Fruchtaromen in der Nase könnte man am besten mit Rumtopf beschreiben. Auch am Gaumen Beerenkonfit mit etwas Tabak und mittelstarken Röstaromen gefolgt von einem langen Finale.

Anna-Christina, 2005 – Netzl, Carnuntum

Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Merlot sorgten in dieser Cuvée für Beerenaromen mit Gewürzanklängen. Tannine und Alkohol waren hervorragend integriert, lediglich bei der Länge im Finish konnte der Wein nicht ganz mit seinen Vorgängern mithalten.

Fazit:

Alle verkosteten Weine zeigten keinerlei Alterserscheinungen, sondern sie präsentierten sich in idealem Reifezustand. Alle Weine haben offenbar auch noch einiges Lagerpotential bieten aber bereits jetzt höchsten Genuss! Ein eindrucksvoller Beweise für das Leistungsvermögen der österreichischen Winzer im neuen Jahrtausend!

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