Die September-Weinrunde der Weinfreunde Unterland führte die Teilnehmer auf eine ebenso abwechslungsreiche wie hochklassige Reise durch mehrere renommierte Weinregionen Europas und darüber hinaus. In gewohnter Blindverkostung wurden zehn Weine präsentiert und bewertet. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie eng Spitzenweine beieinanderliegen können und wie überraschend manche Herkunft im Glas wirkt.
Als klarer Sieger des Abends setzte sich der Blaufränkisch Ried Mariental 2023 von Ernst Triebaumer durch. Das Mariental im Burgenland zählt zu den berühmtesten Blaufränkisch-Lagen Österreichs und bringt regelmäßig Weine von internationalem Format hervor. Der Wein überzeugte die Runde mit seiner Eleganz, Tiefe und bemerkenswerten Finesse und durfte sich verdient über Platz 1 freuen.
Den zweiten Platz belegte der M1 2018 von Gerhard Markowitsch. Die Cuvée aus dem Carnuntum gilt seit vielen Jahren als eines der Flaggschiffe des österreichischen Rotweinbaus. Kraft, Struktur und großes Reifepotenzial machten den M1 zu einem der Publikumslieblinge des Abends.
Auf Rang drei landete der La Foa Chardonnay 2024 der Kellerei Schreckbichl. Der Südtiroler Kultwein zeigte eindrucksvoll, weshalb er seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Weißweinen Italiens zählt. Komplexität, Frische und eine feine Holznote sorgten für zahlreiche positive Rückmeldungen.

Die Plätze im Überblick
1. Platz: Blaufränkisch Ried Mariental 2023, Ernst Triebaumer (Burgenland)
2. Platz: M1 2018, Gerhard Markowitsch (Carnuntum)
3. Platz: La Foa Chardonnay 2024, Kellerei Schreckbichl (Südtirol)
4. Platz: Barolo 2019, Piemont, Roberto Sarotto
5. Platz: Pinot Noir 2012, Weingut Nigl, Senftenberg im Kremstal
6. Platz: Malma Pinot Noir 2013, Patagonien, Argentinien
7. Platz: Danubis, Fritz Wieninger, Wien
8. Platz: Pinot Noir 2018, Schloss Salenegg, Maienfeld (Bündner Herrschaft, Schweiz)
9. Platz: Grüner Veltliner Ried Setzberg 2019, Florian Schneeweis, Wachau
außer Konkurrenz: Château Cantenac – leider mit schwerem Korkfehler und daher nicht seriös bewertbar
Weinreise quer durch renommierte Regionen
Besonders spannend war die große stilistische Vielfalt des Abends. Mit dem Wachauer Grünen Veltliner von Florian Schneeweis, dem Südtiroler Chardonnay La Foa, einem Schweizer Pinot Noir aus der Bündner Herrschaft sowie Klassikern aus Carnuntum, Wien, dem Burgenland und dem Piemont trafen unterschiedlichste Weinphilosophien aufeinander.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Malma Pinot Noir aus Patagonien. Das Weingut Bodega Chacra zählt zu den bekanntesten Produzenten Argentiniens und hat die Weinwelt in den letzten Jahren mit außergewöhnlichen Pinot-Noir-Weinen überrascht. Dass sich ein Wein aus dem kühlen Süden Argentiniens in dieser hochklassigen Runde behaupten konnte, zeigte eindrucksvoll die internationale Qualität dieser Region.
Auch der Pinot Noir von Schloss Salenegg aus Maienfeld durfte nicht fehlen. Das Schloss gilt als eines der ältesten Weingüter Europas und ist ein Aushängeschild der Bündner Herrschaft, jener Region, die durch Johanna Spyri und ihre Heidi-Geschichten weltbekannt wurde.
Mit dem Danubis von Fritz Wieninger war zudem einer der profiliertesten Wiener Winzer vertreten. Wieninger hat maßgeblich dazu beigetragen, den Qualitätsweinbau in Wien international bekannt zu machen.
Süßer Abschluss
Nach den Rotweinen wartete noch ein besonderer Genuss: Zum Dessert wurde ein Ruster Ausbruch 2024 von Ernst Triebaumer serviert. Die edelsüße Spezialität aus Rust überzeugte mit ihrer feinen Frucht, eleganten Süße und einer erfrischenden Säurestruktur. Ein würdiger Abschluss eines außergewöhnlichen Weinabends.
Kulinarischer Begleiter des Abends
Ein herzlicher Dank gilt auch der Küche für das ausgezeichnete Menü. Besonders das cremige Risotto, das hervorragend zubereitete zarte Reh sowie die würzige Käseplatte fanden großen Anklang und harmonierten perfekt mit den verkosteten Weinen. Die gelungene Kombination aus Kulinarik und Wein machte den Abend einmal mehr zu einem besonderen Erlebnis.
Fazit
Die Weinrunde vom 11. September 2026 zeigte eindrucksvoll die Vielfalt der internationalen Weinwelt. Während sich am Ende der Blaufränkisch Ried Mariental von Ernst Triebaumer die Krone sicherte, präsentierten sich die meisten Weine auf einem bemerkenswert hohen Niveau. Gerade die Mischung aus bekannten Klassikern und spannenden Entdeckungen sorgte für angeregte Diskussionen und machte die Verkostung zu einem unterhaltsamen und genussvollen Abend im Kreis der Weinfreunde Unterland.
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