Fine Wine & Dine: Rosso e Brunello di Montalcino

Am 21. Oktober 2026 führte uns unser Fine-Wine-&-Dine-Abend in eine der berühmtesten Weinregionen Italiens: nach Montalcino in der südlichen Toskana. Mario Pabst hatte den Abend hervorragend vorbereitet und begleitete die Verkostung mit vielen lehrreichen und interessanten Informationen über die Region, die Winzer und deren Weine. Besonders hervorzuheben war die tolle Weinauswahl: vom Rosso di Montalcino über verschiedene Brunelli bis zu gereiften Jahrgängen zurück ins Jahr 2004.

Was macht einen Brunello zum Brunello?

Die Regeln für den Brunello di Montalcino DOCG sind streng: Er darf ausschließlich aus Sangiovese erzeugt werden, in Montalcino traditionell auch „Brunello“ genannt. Die Trauben müssen aus dem Gemeindegebiet von Montalcino in der Provinz Siena stammen. Der zulässige Ertrag ist auf maximal 8.000 kg Trauben pro Hektar beschränkt.

Auch beim Ausbau ist Geduld gefragt: Ein Brunello muss mindestens zwei Jahre im Holzfass und vier Monate in der Flasche reifen und darf frühestens am 1. Jänner des fünften Jahres nach der Lese in den Handel kommen. Für eine Riserva gelten mindestens sechs Monate Flaschenreife und eine Freigabe erst im sechsten Jahr. Der vorgeschriebene Mindestalkoholgehalt beträgt 12,5 Vol.-%.

Weine und Bewertungen

Den Auftakt machte der 2021 Poggio di Sotto Rosso di Montalcino DOC. Trotz seiner Jugend zeigte er bereits deutliche Brunello-Anklänge und erhielt 16,5/20 Punkte.

Danach ging es in die eigentliche Verkostung:

  • 2020 Poggio di Sotto, Rosso di Montalcino DOC – 17,5/20
    Fruchtige Nase, am Gaumen mit schönem Tannin.
  • 2019 Poggio di Sotto, Rosso di Montalcino DOC – 16,5/20
    Noch etwas verschlossen, mit breitem Tannin.
  • 2018 Poggio di Sotto, Rosso di Montalcino DOC – 18,5/20
    Schöne, fruchtige Nase, am Gaumen bereits schön gereift und sehr rund.
  • 2017 Poggio di Sotto, Rosso di Montalcino DOC – 17,0/20
    Dezente Frucht, trocken und mit deutlichem Holzeinsatz.
  • 2018 Brunello di Montalcino DOCG, Caparzo – 18,0/20
    Zurückhaltende Nase, feines Tannin und ein leichter Vanilleton.
  • 2017 Vigna La Casa, Brunello di Montalcino DOCG, Caparzo – 17,5/20
    Kräuterige Nase und am Gaumen etwas komplexer.
  • 2019 Poggio alle Mura, Brunello di Montalcino DOCG, Castello Banfi – 17,5/20
    Kräuterige Aromatik, am Gaumen deutlich vom Alkohol geprägt.
  • 2016 Luce, Brunello di Montalcino DOCG, Tenuta Luce – 18,0/20
    Gut integriertes Holz, wuchtig und intensiv.
  • 2015 Montosoli, Brunello di Montalcino DOCG, Altesino – 19,0/20
    Sehr schöne Nase, am Gaumen rund, fein und hervorragend entwickelt. Der höchstbewertete Wein des Abends.
  • 2012 Helichrysum, Brunello di Montalcino DOCG, San Polino – 18,5/20
    Feine Nase, wenn auch nicht ganz rund; das Holz am Gaumen nicht perfekt eingebunden.
  • 2010 Brunello di Montalcino DOCG, Casanova di Neri – 17,5/20
    Oxidative Noten und eher zurückhaltend am Gaumen.
  • 2010 Vigna Loreto, Brunello di Montalcino DOCG, Mastrojanni – 18,5/20
    Intensive Nase mit unterschiedlichen Fruchtaromen, am Gaumen vielschichtig.
  • 2009 Brunello di Montalcino DOCG, Pian dell’Orino – 18,0/20
    Leicht oxidative Nase, dafür herrlich gereift und harmonisch am Gaumen.
  • 2008 Brunello di Montalcino DOCG, Pian dell’Orino – 18,0/20
    Intensive, reife Frucht und etwas frischer wirkend als der 2009er.
  • 2006 Tenuta Nuova, Brunello di Montalcino DOCG, Casanova di Neri – 18,5/20
    Noch erstaunlich fit, ausgewogen und mit feinen Tanninen.
  • 2006 Vigna Schiena d’Asino, Brunello di Montalcino DOCG, Mastrojanni – 18,5/20
    Ebenfalls noch sehr fit, mit gut eingebundenem Holz.

Zwei gereifte Bonustracks

Zum Abschluss warteten noch zwei Brunelli aus dem Jahr 2004: der Tenuta Nuova von Casanova di Neri, der oxidative Noten zeigte, sowie der Brunello von Pian dell’Orino, der überraschend frisch wirkte. Beide wurden mit 18,0/20 Punkten bewertet.

Wein und Kulinarik in perfekter Kombination

Natürlich durfte bei einem Fine-Wine-&-Dine-Abend auch die kulinarische Begleitung nicht fehlen. Das sehr gute Essen im Restaurant Sitzwohl bildete den passenden Rahmen für die Verkostung und rundete diesen genussreichen Abend hervorragend ab.

Ein großes Dankeschön an Mario Pabst für die ausgezeichnete Vorbereitung, die interessanten Informationen und vor allem die tolle Zusammenstellung der Weine. Die Gegenüberstellung von Rosso und Brunello sowie die Jahrgangsreise über beinahe zwei Jahrzehnte machten eindrucksvoll sichtbar, wie unterschiedlich sich Sangiovese aus Montalcino entwickeln kann.

Ein rundum gelungener Fine-Wine-&-Dine-Abend mit großartigen Weinen, spannendem Weinwissen und ausgezeichneter Kulinarik!

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