Zwölf Jahrgänge – ein Wein, die M1 Vertikale von Markowitsch

Manche Verkostungen bleiben einem ja in Erinnerung, weil man sich mit Weinen oder Weinregionen auseinandersetzt, die einem noch unbekannt sind – etwas Neues eben.

Letzten Freitag haben wir genau das Gegenteil gemacht: nämlich den M1 von Topwinzer Gerhard Markowitsch in einer Vertikale verkostet – also einen Wein, den alle Conaisseure der Weinrunde kannten und natürlich auch eine Region, die wir alle gut kennen und bereits besucht hatten. Und dennoch: diese Verkostung wird uns mit Sicherheit in Erinnerung bleiben.

Das Spezielle an dieser Verkostung war natürlich, dass wir 12 unterschiedliche Jahrgänge von Gerhard Markowitschs Aushängeschild genießen durften. Die Falstaff-Bewertungen für diese Jahrgänge starten bei 95 Punkten bis hin zu 100 Punkten für  den Jahrgang 2019.

Dass wir in jedem Glas einen tollen Tropfen einer österreichischen Top-Cuvée vorfinden würden, war uns klar.

Das Spannende an der Verkostung war natürlich zu erleben, wie sich der Wein über die Jahre hin entwickelt und verändert hat.

So starteten wir mit dem jüngsten Jahrgang 2023 und arbeiteten uns dann bis ins Jahr 2009 zurück. Einige ältere Jahrgänge fehlten, aber von 2015-23 war die Serie dann komplett.

Gerhard Markowitsch veränderte über die lange Zeit auch die Zusammensetzung seines M1 und damit natürlich auch die Stilistik: 

2009 – 2011: Merlot + Zweigelt

2012: Merlot + Blaufränkisch + Zweigelt

2015 – 2021: Merlot + Blaufränkisch

2022 – 2023: Merlot + Blaufränkisch + Cabernet Franc

Genau diese Wandlungen in der Cuvée waren es auch, die den Abend so besonders gemacht haben. Man hat regelrecht mitverfolgen können, wie Markowitsch an seinem M1 gefeilt hat – weg vom Zweigelt, hin zu mehr Blaufränkisch-Würze, zuletzt ergänzt um die Straffheit des Cabernet Franc. Und doch blieb bei aller stilistischen Weiterentwicklung eines konstant: die Handschrift des Weinguts und das Potenzial, über Jahrzehnte an Statur zu gewinnen, statt zu verlieren.

Eine Vertikale wie diese bekommt man nicht alle Tage geboten – umso mehr freuen wir uns schon jetzt auf die nächste Gelegenheit, wieder ein Stück Carnuntum-Geschichte im Glas zu haben.

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