Burgunderverkostung in Münster

Anlässlich meines Geburtstages hatte ich wieder einmal das Vergnügen eine Burgunderverkostung mit unserer Weinrunde durchzuführen. Die Weine durften ein herrliches Menü meiner Gattin Gerda – bestehend aus

  • Risotto mit Eierschwammerl garniert mit einer Jakobsmuschel im Speckmantel
  • einem im ganzen medium gebratenen Beiried mit rahmigen Kürbisgemüse und Kräuterkartoffeln
  • warmem Schokokuchen mit Vanilleeis und Früchten der Saison
  • und der traditionellen Alpbachtaler Käsevariation

begleiten.

IMG_1203Zum weißen Auftakt wählte ich 4 Chardonnays:

Sophie Bio 2009 vom Weingut Manincor, Kaltern, Südtirol – 16,571 Punkte / 12. und letzter Platz

Leichte Anklänge von Orangen und Lindenblüten machten leider nicht wett, dass der Wein in Summe als etwas ausdrucksschwach gewertet wurde. Auch der Abgang war bestenfalls als kurz bis mittel zu bezeichnen. Das bedeutete leider nur den letzten Platz.

Passion 2008 vom Weingut Donatsch, Malans, Graubünden – 16,857 Punkte / 11. Platz

Bei der Passion schieden sich wieder einmal die Geister: Den einen gefiel der exotische Gaumen mit würzigen Holzaromen, die anderen vermissten die klassischen Aprikosen-Noten im Chardonnay. Im Schnitt reichte es leider nur für den vorletzten Platz.

Select 2009 von Fritz Wieninger, Wien – 17,429 Punkte / 4. Platz

Mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis präsentierte sich der Chardonnay Select von Fritz Wieninger: Typische Steinobstnoten mit etwas Orange aber vor allem die feine Säurestruktur sorgten für eine durchaus positive Bewertung, weshalb sich dieser Wein mit einigen anderen den 4. Platz teilen durfte.

Grand Select 2004 von Fritz Wieninger, Wien – 17,786 Punkte / 2. Platz

Ein hervorragender Chardonnay mit viel Druck und endlosem Abgang – 10 Jahre haben den Wein herrlich reifen lassen und ein Ende des Lagerpotentials ist noch nicht abzusehen: Ein großer österreichischer Weißwein und dadurch auch bei uns auf dem hervorragenden 2. Platz.

Nach den Weißweinen folgen 8 Blauburgunder:

Reserve 2006 vom Weingut Juris / Fam. Stiegelmar aus Gols / Neusiedlersee – 16,929 Punkte / 9. Platz

Die Reserve begann in der Nase mit leichten Himbeeraromen, Weichseln und einigen floralen Noten. Die Textur war mittel, die Tannine zwar gut eingebunden aber doch etwas grobmaschiger. Ein schöner österreichischer Pinot, dem vielleicht das gewisse Etwas fehlt, warum er sich auch mit dem letzten Platz bei den Rotweinen begnügen muss.

Reserve 2006 von Georg Nigl aus Perchtolsdorf, Thermenregion, Niederösterreich – 16,929 Punkte / 9. Platz

Für mich war dieser Wein eine kleiner Enttäuschung, nachdem der 2006er von Nigl bei vorhergehenden Verkostungen oftmals mehr überzeugen konnte. Vielleicht ist das Lagerpotential erreicht oder ich hatte nicht die beste Flasche erwischt: In der Nase sehr ähnlich seinem Vorgänger konnte er zumindest mit einem etwas längeren Abgang punkten. Dennoch teilt er sich den letzten Platz bei den Rotweinen mit seinem Jahrgangskollegen.

Fläscher Pinot Noir Barrique 2008 von Hansruedi Adank aus Fläsch, Graubünden, 17,429 Punkte / 4. Platz

Auch dieser Wein konnte bereits bei einigen Verkostungen überzeugen und er fand auch diesmal wieder großen Anklang. Etwas störend wurden doch die kräftigen Röstaromen der Barriques empfunden, weshalb es einige Punkteabzüge gab.

Pinot Noir 2008 von Paus Achs aus Gols, Neusiedlersee – 17,429 Punkte / 4. Platz

Der Pinot Noir von Paul Achs ist sicher einer der besten Sortenvertreter Österreichs und wurde auch mit 92 Falstaff-Punkten ausgezeichnet. Typische Noten nach Orangenzesten und Waldbeeren bei ausgeglichenem Säurespiel verhalten diesem Blauburgunder ebenfalls zu einer guten Bewertung.

Cuvaison Winery 2009 aus dem Napa Valley, Kalifornien – 17,643 Punkte / 3. Platz

Ein sehr gelungener Pinot Noir aus den USA – zwar vielleicht nicht das Optimum für den Pinot-Puristen, da Kirsch und Himbeeren doch recht konzentriert ankamen. Seidige Tannine und ein langer Abgang reichten aber für’s „Stockerl“.

In Signo Tauri 2001 von Heribert Bayer aus Neckenmarkt, Mittelburgenland – 17,857 Punkte / 1. Platz

Der Überraschungssieger des Abends kam aus dem Mittelburgenland: Der „Stier“ beeindruckte mit Himbeeren und Erdbeeren und sehr samtigen Tanninen. Ein mächtiger Körper und ein beachtlicher Abgang mit etwas Nougat im Nachhall sorgten für den 1. Platz.

Volnay 1er Cru – Les Caillerets 2007 von Michel Prunier et Fille, Burgund – 17,429 Punkte / 4. Platz

Ein klassischer Pinot mit Gewürzen wie Pfeffer und Lorbeerbättern aber auch roten Beeren. Feine Tannine und trotz seiner Intensität sehr strukturiert.

Beaune 1er Cru – Clos des Ursules 2006 von Louis Jadot, Burgund – 17,429 Punkte / 4. Platz

Ein Wein mit typischem Burgundercharakter, großer Tiefe und einem schönem Kräuteraroma – dennoch mit über € 40,- etwas überbezahlt – wie leider so oft im Burgund.

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