Weingut Marisa Cuomo – Heroischer Weinbau über dem Meer
Das Weingut Marisa Cuomo zählt zu den eindrucksvollsten und zugleich charakterstärksten Weinproduzenten Süditaliens. Es liegt im kleinen Ort Furore an der Amalfiküste, einer Region, die für ihre spektakulären Steilküsten und ihre extreme Topografie bekannt ist.
Die Weinberge erstrecken sich über rund zehn Hektar, vielfach in atemberaubender Lage auf bis zu 500 Metern Seehöhe. Die Reben wachsen auf schmalen, terrassierten Flächen und oft direkt an den steilen Felswänden, wo sie der intensiven Sonneneinstrahlung und dem maritimen Einfluss des Mittelmeers ausgesetzt sind. Diese Form des Anbaus wird nicht umsonst als „heroischer Weinbau“ bezeichnet, denn nahezu alle Arbeiten müssen mühsam von Hand durchgeführt werden.


Im Zentrum der Produktion stehen autochthone Rebsorten wie Fenile, Ginestra und Ripoli für die Weißweine sowie Aglianico und Piedirosso für die Rotweine. Besonders bekannt ist der Weißwein „Fiorduva“, der als Aushängeschild des Hauses gilt und internationale Anerkennung genießt. Dieser Wein wurde mehrfach ausgezeichnet und erhielt unter anderem den „Oscar del Vino“ als bester Weißwein – eine der renommiertesten Auszeichnungen der italienischen Weinwelt.
Anfang Juni hatten wir im Rahmen unserer Italien-Rundreise die Gelegenheit, dieses außergewöhnliche Weingut persönlich zu besuchen – ein Erlebnis, das uns nachhaltig beeindruckt hat. Bereits bei der Ankunft wurden wir herzlich von einem Familienmitglied empfangen. Nach einem kurzen Einführungsvideo, das die harte Arbeit in den extremen Steillagen eindrucksvoll zeigte, wurde uns noch bewusster, unter welchen Bedingungen hier Weinbau betrieben wird.

Im Rahmen der Führung ging es anschließend hinaus in die wundervoll gelegenen Weingärten – ein Ausblick, der kaum zu übertreffen ist: tief unten das glitzernde Meer, darüber die steilen Terrassen mit den Reben – eine Kulisse, die die Einzigartigkeit dieses Weinguts eindrucksvoll unterstreicht. Besonders faszinierend war für uns die Pergola-Erziehung der Reben. Sie zeigt, wie hier jeder Quadratmeter genutzt wird, denn unter den hochgezogenen Rebstöcken konnte früher zusätzlich Gemüse angebaut werden.
Ein weiteres Highlight war der Besuch des Weinkellers, der tatsächlich in den Felsen hineingehauen wurde. Die Atmosphäre dort ist kühl, ruhig und beinahe mystisch – man spürt förmlich, wie hier über Jahre hinweg große Weine entstehen. Den gelungenen Abschluss bildete schließlich die Verkostung im benachbarten Restaurant, wiederum mit einem atemberaubenden Blick über die Amalfiküste.

Unser Fazit fällt eindeutig aus: Wer an die Amalfiküste reist und sich für Wein interessiert, sollte einen Besuch bei Marisa Cuomo unbedingt einplanen. Dieses Weingut vereint eindrucksvoll Landschaft, Handwerk und Leidenschaft – und bleibt garantiert in Erinnerung.

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