{"id":935,"date":"2010-04-07T10:12:06","date_gmt":"2010-04-07T08:12:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weinfreunde-unterland.at\/wordpress\/?p=935"},"modified":"2010-04-07T12:05:03","modified_gmt":"2010-04-07T10:05:03","slug":"primeurverkostungen-in-bordeaux-vom-29-03-bis-01-04-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weinfreunde-unterland.at\/wordpress\/primeurverkostungen-in-bordeaux-vom-29-03-bis-01-04-2010\/","title":{"rendered":"Primeurverkostungen in Bordeaux vom 29.03. bis 01.04.2010"},"content":{"rendered":"<p>Nach 2006 ergab sich f\u00fcr mich zum zweiten Mal die Gelegenheit einer Einladung nach Bordeaux zu folgen. Neben den allgemeinen Verkostungen der Appellationen konnten wir dieses mal auch eine Reihe von Terminen bei den absoluten Top Weing\u00fctern buchen. So waren wir Gast auf den Chateaux: Margaux, Palmer, Lafite, Cos d`Estournel, Ducru Beaucaillou, Ausone und Cheval Blanc.<\/p>\n<p>Meine Erfahrungen im Verkosten von Fassproben sind sehr bescheiden, und ich kann daher keine Urteile \u00fcber das Potenzial der Weine abgeben. Insgesamt ist der Jahrgang 2009 aber als f\u00fcr Bordeaux eher untypisch einzustufen. Ein recht warmer Temperaturverlauf sorgte f\u00fcr viel Zuckergehalt und somit alkoholreiche Weine. Vor allem der Merlot sorgte nicht selten f\u00fcr Werte zwischen 14 und 15 %. Dem Jahrgang kommt aber zugute, dass auch gen\u00fcgend S\u00e4ure vorhanden ist. Frucht und Frische halten sich daher oft die Waage. Nur gelegentlich waren harsche und spr\u00f6de Tannine zu schmecken. Anbei meine Top 10 des Jahres.<\/p>\n<ul>\n<li>Cheval Blanc<\/li>\n<li>Chateau Margaux<\/li>\n<li>Latour du Pin<\/li>\n<li>Ch\u00e2teau Palmer<\/li>\n<li>Ch\u00e2teau Rauzan-Segla<\/li>\n<li>Ch\u00e2teau Ducru-Beaucaillou<\/li>\n<li>Ch\u00e2teau Pichon-Longueville Baron<\/li>\n<li>Pavillon Rouge<\/li>\n<li>Ch\u00e2teau Poujeaux<\/li>\n<li>Ch\u00e2teau Malescot-St. Exupery<\/li>\n<\/ul>\n<p>Einige Spitzengew\u00e4chse mag man in dieser Liste vermissen. Dies liegt zum Einen daran, dass wir nicht alle top Weine verkosten konnten (Haut Brion, Mouton-Rothschild, Latour sowie eine Reihe von Premier Crus des rechten Ufers, Pessac Leognan haben wir aus Zeitgr\u00fcnden komplett ausgelassen), oder dass sie mit \u00fcbertriebener F\u00fclle und starkem Toasting einfach nicht meinen Geschmack trafen. So wurde Ausone von meinen Begleitern unisono als der beste Wein des Jahrgangs bewertet. Auch Cos d\u00b4Estournel wurde allgemein sehr hoch eingestuft. Beide sind f\u00fcr mich aber in die Kategorie \u201eBlockbuster\u201c einzureihen.<\/p>\n<p>Einig waren wir uns bei Chateau Lafite. Verschlossen, fest, differenziert und tiefgr\u00fcndig. Fruchts\u00fcsse, trotzdem frisch und Bi\u00df am Gaumen. Der Abgang ist allerdings erstaunlich kurz ausgefallen.<\/p>\n<p>Diverse Einladungen zu Mittag- und Abendessen ergaben auch die M\u00f6glichkeit, eine Reihe von trinkreifen Weinen zu verkosten. Es folgen kurze Kommentare dazu:<\/p>\n<p><strong>Chasse Spleen 2004<br \/>\n<\/strong>Sch\u00f6ner, klassischer Medoc. Hat alles ohne dabei zu \u00fcbertreiben<\/p>\n<p><strong>Talbot 2005<\/strong><br \/>\nSehr harmonisch und ausgewogen. Florale Noten in der Nase. Feine Tannine. Macht Spa\u00df.<\/p>\n<p><strong>Lynch Bages 2001<\/strong><br \/>\nUngewohnt starkes Toasting. Ansonsten zeigt er die von diesem Chateau gewohnte Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Laroque 1998<\/strong><br \/>\nGuter Speisenbegleiter. Eine Spur zu d\u00fcnn. Andere Jahrg\u00e4nge sind merklich besser (2000, 2005, 2006)<\/p>\n<p><strong>Chateau d\u00b4Issan 1995<\/strong><br \/>\nSehr verschlossene Nase. Am Gaumen zeigt er Eleganz und Ausgewogenheit. Etwas kurzer Abgang<\/p>\n<p><strong>Chateau d\u00b4Issan 2002<\/strong><br \/>\nWundersch\u00f6nes Bouquet. Bi\u00df am Gaumen, ohne dabei Eleganz und Ausgewogenheit zu vergessen. Langer, samtiger Abgang. Klar besser als 1995. Das zum Thema gro\u00dfer\/kleiner Jahrgang !!<\/p>\n<p><strong>Smith Haut Lafitte 2007<\/strong><br \/>\nWEISS. Toll gemachter Wei\u00dfwein. Riesenstruktur und super Bukett. Langer Abgang. Das Holz ist allerdings omnipr\u00e4sent und Geschmacksache.<\/p>\n<p><strong>Carbonnieux 2007 (Graves)<\/strong><br \/>\nWEISS. Blumiger Duft und viel Frucht. Frisch ohne aggressive S\u00e4ure. Toll.<\/p>\n<p><strong>Malartic Lagraviere (Graves)<\/strong><br \/>\nWEISS. Blumige Nase und fruchtig am Gaumen. Ausgewogen und frisch. Sch\u00f6ner Speisenbegleiter.<\/p>\n<p><strong>Clos Floridene 2008 (Graves)<\/strong><br \/>\nWEISS. Blumig und frisch. Sch\u00f6n ausgewogen. Super Speisen-Begleiter.<\/p>\n<p><strong>Chateau d\u00b4Yquem 1989<\/strong><br \/>\nSauternes. Wie machen die das\u00a0? Duft nach Aprikosen, extreme F\u00fclle am Gaumen und nicht enden wollender Abgang. Dabei aber frisch, und es kommt auch nach dem dritten oder vierten Glas keine Langeweile auf. F\u00fcr mich ein glatter 20er !! Dazu serviert wurde Foie Gras und Tr\u00fcffelb\u00e4llchen. Mmmmhhh.<\/p>\n<p>Eine unerwartete Blindverkostung als Speisenbegleitung erlebten wir auf\u00a0 Chateau Rollan de By. Jean Guyon, der Besitzer lud zu einem Mittagessen und nutzte die Gelegenheit, seine Weine im Vergleich zu renommierten Cru Classe zu testen. Als Information gab es nur den Hinweis, dass beide Weine aus dem gleichen Jahrgang sind und einer davon ein Grand Cru Classe sei.<\/p>\n<p>Im ersten Flight standen sich Pichon-Longueville Lalande 2002 und Haut-Condissas Cuvee Prestige (Spitzenwein von Rollan de By) gegen\u00fcber. Alle f\u00fcnf Teilnehmer waren sich einig, dass im ersten Glas der eindeutig bessere Wein serviert wurde. Ein erstklassiger Paulliac oder St. Julien musste es sein. Vielleicht sogar ein Premier Cru. Zu unser aller \u00dcberraschung entpuppte er sich als die Cuvee Prestige von Haut Condissas.<\/p>\n<p>Der zweite Flight zeigte ein \u00e4hnliches Bild. Chateau Canon 1998 stellte sich dem Cru Bourgois Rollan de By 1998. Wiederum ein deutliches Voting f\u00fcr Jean Guyon. Vier von uns stellten dem Rollan de By das bessere Zeugnis aus. Einzig meine Wenigkeit gab dem Canon den Vorzug. Eine, meiner Meinung nach, metallische Nase des Rollan de By gab dazu den Ausschlag. Am Gaumen und im Abgang sind beide Weine qualitativ gleichwertig.<\/p>\n<p>Verkostungen sind immer subjektiv und welcher Wein am besten schmeckt entscheidet letztendlich der Konsument f\u00fcr sich pers\u00f6nlich. Diese Demonstration zeigte aber eindrucksvoll, das hohe Qualit\u00e4tsniveau der Weine von Jean Guyon.<\/p>\n<p>Kitzb\u00fchel im April 2010<\/p>\n<p>Klaus Kirchmair<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach 2006 ergab sich f\u00fcr mich zum zweiten Mal die Gelegenheit einer Einladung nach Bordeaux zu folgen. 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