{"id":495,"date":"2009-05-09T16:06:43","date_gmt":"2009-05-09T14:06:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weinfreunde-unterland.at\/wordpress\/?p=495"},"modified":"2009-05-09T22:08:03","modified_gmt":"2009-05-09T20:08:03","slug":"weinsensorik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weinfreunde-unterland.at\/wordpress\/weinsensorik\/","title":{"rendered":"Weinsensorik"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a9 2009 Julia Sevenich<\/span><br \/>\nWeinsensorik ist keine mysteri\u00f6se Disziplin f\u00fcr ein paar Elitefachleute, sondern eine erlernbare und verl\u00e4ssliche Technik, Weine zu vergleichen, zu beurteilen und zu beschreiben. Dabei wird das Aussehen eines Weines beurteilt, das Bukett analysiert und der Geschmack und das Mundgef\u00fchl definiert. Ein erfahrener Verkoster kann mit erstaunlicher Genauigkeit messbare Aspekte eines Weines wie Restzucker, S\u00e4ure, Alkohol, Extrakt und sogar Aroma einsch\u00e4tzen. Aspekte wie Charakter, Struktur Ausgewogenheit und L\u00e4nge des Nachhalls k\u00f6nnen ausschlie\u00dflich sensorisch wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Jedes Mal wenn eine Flasche Wein aufgemacht wird, findet im Prinzip eine Weinverkostung statt. Bei organisierten, formellen Weinproben geht es meistens darum, Weine zu bewerten oder zu vergleichen aber auch um mehr \u00fcber Wein zu lernen oder einfach zu genie\u00dfen. Verschiedene Weine werden verdeckt (blind) verkostet um eine Beeinflussung durch Namen, Preis, etc. auszuschlie\u00dfen. Verglichen werden meistens Weine die aus der gleichen Traubensorte vinifiziert werden, aus demselben Gebiet stammen oder die eine \u00e4hnliche Stilrichtung haben. <strong>Horizontalverkostung<\/strong> bedeutet, dass Weine desselben Jahrgangs verglichen werden. Bei einer <strong>Vertikalverkostung<\/strong> werden verschiedene Jahrg\u00e4nge des gleichen Weines verkostet.<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Wie man eine Degustation vorbereitet:<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Zu den idealen Voraussetzungen einer Weindegustation geh\u00f6ren neben dem Wein selbst, mindestens ein geeignetes Glas pro Person und ein Korkenzieher, nur wenig Aufwand. Ein Tisch der ausreichend gro\u00df ist f\u00fcr Weinflaschen und Gl\u00e4ser wird am besten mit einem wei\u00dfen Tischtuch bedeckt. Sehr zweckdienliche Gegenst\u00e4nde sind auch Spuckn\u00e4pfe und ein Gef\u00e4\u00df, in das man Weinreste gie\u00dfen kann. Stilles Wasser und Wei\u00dfbrot um den Mund zu neutralisieren sind durchaus empfehlenswert. Ein guter Gastgeber gibt jedem Teilnehmer Papier und Schreibzeug f\u00fcr Verkostungsnotizen und sp\u00e4testens zum Schluss der Probe eine vollst\u00e4ndige und genaue Liste der Weine in der probierten Reihenfolge.<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Wie Wein verkostet wird:<\/span><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Farbton, Farbtiefe, Klarheit und Kohlens\u00e4urebildung gegen einen wei\u00dfen Hintergrund pr\u00fcfen.<\/li>\n<li>Bewegen Sie das Weinglas in horizontalen Kreisen, sodass der Wein die Glassinnenseite benetzt und m\u00f6glichst viele Duftmolek\u00fcle frei gesetzt werden. Die erste Geruchsempfindung ist meist richtig, also konzentrieren Sie sich und achten Sie auf Reint\u00f6nigkeit, Bukett, Intensit\u00e4t, Tiefe und Komplexit\u00e4t. Notieren Sie, ob Sie W\u00e4rme oder Stechen an den Gesichtspartien sp\u00fcren.<\/li>\n<li>Nehmen Sie einen Mundvoll Wein (ca. zehn Milliliter) und lassen ihn zun\u00e4chst im Mund ruhen und achten Sie auf Temperatur und K\u00f6rper. Bewegen Sie die Zunge jetzt auf dem oberen Gaumen zweimal von hinten nach vorne und notieren Sie Tanninintensit\u00e4t. Jetzt kann man noch Luft in den Mund aufnehmen und den Wein in alle Bereiche der Mundh\u00f6hle sp\u00fclen. Konzentrieren Sie sich auf den Geschmack, Textur und Alkoholgehalt und achte darauf, ob sich die Geruchskomponenten wieder best\u00e4tigen oder erg\u00e4nzen lassen.<\/li>\n<li>Danach konzentrieren Sie sich auf Bitterkeit und Tannintextur sowie auf die L\u00e4nge und Dauer des Abgangs.<br \/>\nDie Zusammenfassung des sensorischen Gesamteindrucks ist der Schl\u00fcsselteil der Weinsensorik. Ein Wein ist immer mehr als die Summe seiner Teile.<\/li>\n<li>Das Zusammenspiel aller von den vier Sinnen wahrgenommenen Aspekte wird betrachtet und beurteilt. Der Abgang ist ein entscheidender Faktor f\u00fcr den Gesamteindruck. Die Dauer, die physische L\u00e4nge der sensorischen Eindr\u00fccke im Mund sowie seine Komplexit\u00e4t und sein Charakter sind wichtige Qualit\u00e4tskriterien.<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Buchempfehlung:<\/strong><\/span><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Weinsensorik-Vergleichen-Beurteilen-Julia-Sevenich\/dp\/3704020745\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1241877227&amp;sr=8-1\">Weinsensorik: Verkosten &#8211; Vergleichen &#8211; Beurteilen (Broschiert) bei Amazon<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weinsensorik ist keine mysteri\u00f6se Disziplin f\u00fcr ein paar Elitefachleute, sondern eine erlernbare und verl\u00e4ssliche Technik, Weine zu vergleichen, zu beurteilen und zu beschreiben. Dabei wird das Aussehen eines Weines beurteilt, das Bukett analysiert und der Geschmack und das Mundgef\u00fchl definiert. 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