{"id":4387,"date":"2019-07-02T18:52:56","date_gmt":"2019-07-02T16:52:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weinfreunde-unterland.at\/wordpress\/?p=4387"},"modified":"2019-07-04T14:46:45","modified_gmt":"2019-07-04T12:46:45","slug":"spontan-verkostung-beim-gasthof-herrnhaus-in-brixlegg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weinfreunde-unterland.at\/wordpress\/spontan-verkostung-beim-gasthof-herrnhaus-in-brixlegg\/","title":{"rendered":"Spontan-Verkostung beim Gasthof Herrnhaus in Brixlegg"},"content":{"rendered":"<p>Vielen herzlichen Dank den Gastgeber und den Spendern der wunderbaren Weine.<\/p>\n<p>Hier eine kleine Zusammenfassung:<\/p>\n<ul>\n<li><b><strong>Soldera, Brunello di Montalcino, 2002:<br \/>\n<\/strong><\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p>Gianfranco Soldera, ist am 16.02.2019 im Alter von 82 Jahren verstorben. Er hat in den 70iger Jahren das Weingut Case Basse gegr\u00fcndet und war wohl einer der letzten Traditionalisten in Montalcino. Nach einem Sabotageakt im Jahr 2012, bei welchem ihm ein ehemaliger Mitarbeiter um 6 Jahrg\u00e4nge erleichterte, und diese einfach in die Kanalisation entsorgte (man hat halt nicht nur Freunde), gingen die Preise f\u00fcr eine Flasche Soldera nat\u00fcrlich an die Decke. Toller Wein, aber sehr teuer!<\/p>\n<p>Aber jetzt zum Wein, Brunello di Montalcino, Soldera, 2002:<\/p>\n<p>Durchaus ein \u201e\u00fcberschaubarer\u201c Jahrgang in Italien, jedoch ist der Soldera hier eine Ausnahme. Ein gro\u00dfartiger Wein f\u00fcr richtige Weintrinker. Im Glas ein leuchtendes, helles, transparentes rubinrot. In der Nase rote Beeren, tolle W\u00fcrzigkeit, tolle Mineralik, viele feinmaschige Tannine, aber trotzdem ungest\u00fcm. Ein besonderer Wein und ein besonderer Winzer. Meine Punkte: 18,5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Capellano, Otin Fiorini, Barolo 2007:<br \/>\n<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Teobaldo Cappellano, leider ebenfalls heuer verstorben, war ebenfalls Traditionalist und ein Verfechter der klassischen Vinifizierung des Barolo. Leider gibt es von diesem Wein nur hom\u00f6opathische Mengen und ist dieser Wein gar nicht einfach zu finden. Umso sch\u00f6ner einmal in diesen Genuss gekommen zu sein.<\/p>\n<p>Im Glas klares, funkelndes, transparentes helles rubinrot. In der Nase sauber, rote Beeren, Kirschen, Gew\u00fcrze. Am Gaumen perfekt balanciert, viele feinmaschige Tannine, elegant, noch gro\u00dfes Potenzial. Abgang lang! Meine Punkte: 19<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><b><strong>Vega Sicilia, Unico, 2003<br \/>\n<\/strong><\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Weingut Vega Sicilia liegt im Weinbaugebiet Ribera del Duero im Norden von Spanien. Der Top-Wein des Weinguts ist ein Verschnitt mehrerer Jahrg\u00e4nge mit dem Namen Vega Sicilia Unico Reserve Especial. Der Vega Sicilia Unico Gran Reserve ist ein Jahrgangswein und der Zweitwein dazu ist der Valbuena 5\u00b0.<\/p>\n<p>Der 2003 Unico pr\u00e4sentiert sich in einem kr\u00e4ftigen rubin, blickdicht und mit kr\u00e4ftigen Schlieren im Glas. In der Nase nach Kr\u00e4utern und blumige Noten. Am Gaumen viel eleganter als erwartet, keine Fruchtbombe, etwas Vanille, viele feinmaschige Tannine, sehr komplex und langer Abgang. Meine Punkte: 18<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><b><strong>Paolo Scavino, Rocche dell\u00b4Annunziata Riservera 1997, Barolo<br \/>\n<\/strong><\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Weingut Paolo Scavino wurde 1921 gegr\u00fcndet und befindet sich in Castiglione Falletto im Barolo Gebiet. Angebaut werden die drei lokalen Rebsorten Dolcetto, Barbera und Nebbiolo.<\/p>\n<p>Einer der Top-Weine der Familie Scavino ist der Barolo Riserva \u201eRocche dell\u00b4Annunziata\u201c aus der Gemeinde La Morra. (wurde 1990 gekauft)<\/p>\n<p>Der Wein pr\u00e4sentiert sich in einem strahlenden kr\u00e4ftigen granat, transparent und mit mittleren Schlieren. In der Nase rote Kirschen, etwas Veilchen und Kr\u00e4uter. Am Gaumen wunderbar gereifte Noten. Wundersch\u00f6ne Mineralik, viele feinmaschige Tannine, noch sch\u00f6ne Frucht etwas Liebst\u00f6ckel. Ich denke jetzt perfekt zu trinken. Meine Puntke 18,5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><b><strong>La Rioja Alta, 890 , 1995:<strong>\u00a0<\/strong><\/strong><\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Zahl 890 bezieht sich auf das Gr\u00fcndungsjahr des Weingutes La Rioja Alta im Jahre 1890 und ist dieses Weingut wohl eines der noch wenigen Traditionalisten im Rioja. Die Gran Reserva 890 liegt 8 Jahre im 225 Liter Barrique Fass um dann weitere 6 Jahre in der Flasche zu reifen. Ein sehr aufwendiges und teures Verfahren, welches einen besonderen Wein ins Glas zaubert.<\/p>\n<p>Im Glas transparent, helles ziegelrot, klar. In der Nase rote Beeren, wilde Kr\u00e4uter, etwas Vanille und leichte Tabaknoten. Am Gaumen elegant, mineralisch, rotbeerig, viele feinmaschige Tannine, eine gewisse \u201eK\u00fchle\u201c, sehr langer Abgang. Einer meiner Favoriten aus Spanien. Punkte: 18,5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Domaine Denis Mortet, Gevrey-Chambertin Mes Cinq Terroirs, 2015<\/strong><\/p>\n<p>Arnaud Mortet f\u00fchrt seit 2005 zusammen mit seiner Mutter Laurence das 1956<br \/>\nvon seinem Gro\u00dfvater gegr\u00fcndete Weingut in Gevrey-Chambertin. Seit knapp 30<br \/>\nJahren werden die gekelterten Weine unter eigenem Etikett abgef\u00fcllt. In der<br \/>\ngleichen Zeit ist die Domaine von 4,5 auf 11,2 ha gewachsen, 1999 ist auch<br \/>\neine Parzelle Chambertin Grand Cru dazugekommen. Der Winzer Arnaud Mortet<br \/>\ngeh\u00f6rt zu jenen Winzern, die die Qualit\u00e4t der Burgunder \u00fcber die letzten<br \/>\nJahre Jahrgang f\u00fcr Jahrgang vorangetrieben haben.<\/p>\n<p>Die Cing steht f\u00fcr die Kombination von Reben aus 5 unterschiedlichen<br \/>\nTerroirs. Der Ausbau erfolgt zu einem Drittel in neuen Barriques. Der 2015<br \/>\nzeigt sich eher verschlossen mit elegantem und frischen Bouquet. Geschmack<br \/>\nnach schwarzen Kirschen, Erdbeeren, Nougat. Cremiger Gaumen mit kr\u00e4ftiger,<br \/>\ns\u00fc\u00dfer Frucht und feinem Tannin. Dichte Aromatik mit langem Abgang und s\u00fc\u00dfen<br \/>\nR\u00fcckaromen.<\/p>\n<p><strong>Chateau Haut-Bailly, Grand Cru, 2011<\/strong><\/p>\n<p>Der amerikanische Banker und Fine Wine Liebhaber Bob G. Wilmers und seine<br \/>\nfranz\u00f6sische Ehefrau Elisabeth Wilmers haben das Weingut Ch\u00e2teau<br \/>\nHaut-Bailly 1998 \u00fcbernommen. Mit diesem Wechsel erfolgte eine<br \/>\nInvestitionsoffensive mit dem Ziel, ohne R\u00fccksicht auf die<br \/>\nInvestitions-Erfordernisse den best m\u00f6glichen Wein zu realisieren. Zuerst<br \/>\nwurden die Kellereigeb\u00e4ude im Jahr 2000 neu gestaltet, weitere<br \/>\nInvestitionen folgten. Bob Wilmers wurde in Bordeaux eine wichtige<br \/>\nPers\u00f6nlichkeit im Weinbau und war hochgeachtet, als er im Dezember 2017<br \/>\nstarb. Bezeichnend ist auch, dass er Veronique Sanders immer die Leitung<br \/>\ndes Ch\u00e2teaus \u00fcberlies, obwohl sie ja aus der Familie des Vorbesitzers<br \/>\nstammte. Dies galt auch bei der Abl\u00f6sung durch Ihre Tochter, ebenfalls mit<br \/>\ndem Namen V\u00e9ronique Sanders. Der Sohn von Bob Wilmers, Chris Wilmers,<br \/>\n\u00fcbernahm die Leitung des Besitzes von seinem Vater.<\/p>\n<p>Ohne Frage haben sich all diese Anstrengungen ausgezahlt. Heute macht<br \/>\nHaut-Bailly die besten Weine seiner langen Geschichte. Die 30 ha unter<br \/>\nReben sind zu 60% mit Cabernet Sauvignon, 34% Merlot, 3% Cabernet Franc und<br \/>\n3% Petit Verdot bestockt. In diesen Zahlen dr\u00fcckt sich auch ein<br \/>\nkontinuierlicher Shift von Cabernet Franc hin zu Cabernet Sauvignon aus.<br \/>\nUngew\u00f6hnlich ist, dass die Rebfl\u00e4che praktisch komplett zusammenh\u00e4ngend<br \/>\nist. Interessant ist auch, dass es sogar noch einige Reben gibt, die \u00fcber<br \/>\n100 Jahre alt sind. Untypisch ist auch, dass Ch\u00e2teau Haut-Bailly heute<br \/>\nkeinen Wei\u00dfwein mehr produziert, der in Pessac grunds\u00e4tzlich ja sehr<br \/>\npopul\u00e4r ist.<\/p>\n<p>Der Grand Cru pr\u00e4sentiert sich noch sehr jugendlich und wurde von einigen<br \/>\nVerkostern daher auch nach \u00d6sterreich zugeordnet. Die Farbe pr\u00e4sentiert<br \/>\nsich mit tiefem Purpur, Granatschimmer am Rand. Das Bouquet zeigt sich von<br \/>\nden Aromen her klassisch mit N\u00e4he zum Cabernet, Geschmack nach schwarzen<br \/>\nBeeren, Tabak und floralen Noten. Fein am Gaumen und angenehme Tannine,<br \/>\nmittellanger Abgang.<\/p>\n<p><strong>Chateau Valandraud, Grand Cru, 1999<\/strong><\/p>\n<p>Jean Luc Thunevin ist vielleicht der Shooting Star im ganzen Bordeaux. Es<br \/>\ngibt niemanden in der Weinwelt, der seinen Namen nicht kennt. Fanatisch und<br \/>\nkompromisslos setzt er auf auf Qualit\u00e4t. Jean Luc Thunevin produziert in<br \/>\nseinem labor\u00e4hnlichen Keller einen Wein, der sicher der neuen Richtung<br \/>\nangeh\u00f6rt.Weiche Tanine, extrem sp\u00e4te Lese, perfektes Lesegut und j\u00e4hrlich<br \/>\nneuen Barriques zeichnen seinen Stil aus.<\/p>\n<p>Der Wein zeigt sicht mit einem mittleren Rubinrot, vom Typ mit klassischen<br \/>\nNoten. Toast, Leder, Tabak und Zedernholz in der Nase. Im Mund Geschmack<br \/>\nnach Beeren mit milder S\u00e4ure und Noten von Schokolade. Das Tannin zeigt<br \/>\nsich seidig, feiner Extras\u00fcsse, nachhaltig. Wirkt in sich sehr harmonisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielen herzlichen Dank den Gastgeber und den Spendern der wunderbaren Weine. 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