{"id":2704,"date":"2013-11-10T22:32:24","date_gmt":"2013-11-10T21:32:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weinfreunde-unterland.at\/wordpress\/?p=2704"},"modified":"2013-11-11T07:53:46","modified_gmt":"2013-11-11T06:53:46","slug":"gambero-rosso","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weinfreunde-unterland.at\/wordpress\/gambero-rosso\/","title":{"rendered":"Gambero Rosso"},"content":{"rendered":"<p>Noch vor wenigen Stunden tafelten wir gemeinsam im Gourmettempel \u201ada Gerda\u2018 in M\u00fcnster und schl\u00fcrften feinste Cabernets, Merlots und Gepanschtes aus beidem. Triebaumer, Almaviva oder Schreckbichl sind nur einige Weinhighlights an die ich mich entsinnen kann. Die Namen der Franzosen kann sich ja keiner merken, ich halt nicht. Danke nochmal an G&amp;W!<\/p>\n<p>Und jetzt?<br \/>\nSchmeckt es schon wieder?<br \/>\nNat\u00fcrlich!<\/p>\n<p>Durch eine Verkettung widrigster Umst\u00e4nde \u2013 das Restaurant in meinem Hotel in der fr\u00e4nkischen, 2800 Seelen z\u00e4hlenden Metropole Eibelstadt hat heut zu \u2013 sitz ich nun im Eibelstadter Yachthafen in einem winzigen Ristorante namens Gambero Rosso. \u201eKlingt ja vielversprechend\u201c, dachte ich mir vorhin im Hotel, als ich im www nach einer Essensalternative Ausschau hielt. Dass die Jungs hier in Franken Wein anbauen, war mir ja bewusst. Und wo es Wein gibt, gibt\u2019s meist auch was Ordentliches zu essen. Ich sto\u00dfe recht schnell auf die minimalistisch-stylische Website von Domenico\u2019s Gambero Rosso (<a href=\"http:\/\/www.gambero-rosso.eu\/uber-uns\/menschen\" target=\"_blank\">http:\/\/www.gambero-rosso.eu\/<wbr \/>uber-uns\/menschen<\/a>\u00a0) und das weckt meine Neugier.<\/p>\n<p>Google Maps sagt mir, dass ich lediglich 900 Meter zur\u00fccklegen muss, um vom Hotel dorthin zu kommen.<br \/>\nAugenblicke sp\u00e4ter \u2013 Audi sei Dank \u2013 wandle ich durch den winzigen Yachthafen und steuere auf eine beleuchtete Terrasse zu.<br \/>\nDas muss es sein. Das ist es!<br \/>\nHab\u2019s gefunden, das Gambero Rosso da Domenico &#8211; an diesem tr\u00fcben und verregneten fr\u00e4nkischen November-Abend.<\/p>\n<p>Etwa 15 Tische tummeln sich hier in diesem Ristorante, das gleich beim Eintreten eine entspannt, wohlige Atmosph\u00e4re verstr\u00f6mt. Kerzenschein, ged\u00e4mpftes Licht, angenehm ruhig plaudernde Franken.<br \/>\nEinen dieser 15 Tische kann ich ergattern. Ansonsten ist das Lokal recht gut gef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Il Cameriere pr\u00e4sentiert mir eine kleine Weinkarte, die sehr s\u00fcditalienisch ausgerichtet ist, gespickt mit wenigen lokalen, fr\u00e4nkischen Gew\u00e4chsen.<br \/>\nDa mir eine ganze Flasche zu \u00fcppig erscheint \u2013 ich muss ja schlie\u00dflich noch mit dem Auto zur\u00fcck ins Hotel \u2013 verzichte ich auf den lokalen Silvaner \u201agelbkalk\u2018 vom Winzer Zehnthof aus dem benachbarten Sulzfeld. Schade irgendwie, wenn man das hier so liest:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.weingut-zehnthof.de\/familie.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.weingut-zehnthof.<wbr \/>de\/familie.html<\/a><\/p>\n<p>Ob der \u00fcberschaubaren Alternativen unter den offenen Wei\u00dfen, folge ich der Empfehlung des Cameriere und begebe mich auf eine Expedition auf f\u00fcr mich bis dato unbeschrittene Weinpfade. Wei\u00dfwein der Sorte Arneis Roero aus dem Piemont hab jedenfalls ich noch nie vorher genossen, zumindest nicht absichtlich oder gar bewusst. Der Wein hei\u00dft Tunin und wird vom Weingut La Contea (<a href=\"http:\/\/www.la-contea.it\/vini-bianchi\/arneis-tunin.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.la-contea.it\/vini-<wbr \/>bianchi\/arneis-tunin.html<\/a>) hergestellt. Der Arneis Roero ist perfekt temperiert und pr\u00e4sentiert sich mit auff\u00e4llig wenig S\u00e4ure, worauf ich eigentlich nicht so stehe. Gerne gebe ich aber zu, dass der Piemonteser nicht zu breit und lahmarschig r\u00fcberkommt. In der Nase \u2013 ich google mal schnell \u2013 zeigt sich eine runde, leicht gr\u00fcne Frucht. Hmmm \u2026 w\u00e4r mir pers\u00f6nlich jetzt grad nicht so eingefallen, stimme dem beim nochmaligen Schnuppern aber kopfnickend \u00a0zu.<br \/>\nGaumen? Haselnuss und Feldblumen. Logisch, was sonst?<br \/>\nDer Wein hat angenehme Mineralik, dezente Frucht und geht auch ein wenig ab. Vinophil ausgedr\u00fcckt w\u00fcrde man halt sagen, er hat zwar keinen bombastischen, aber durchaus sp\u00fcrbaren Abgang.<br \/>\nZusammengefasst: beverino!<\/p>\n<p>Jedenfalls begleitet mich der Tunin durch den ganzen Abend, in dem ich den Kellner mehrfach bem\u00fche, das Glas nicht leer werden zu lassen.<br \/>\nKaufempfehlung: buy!<\/p>\n<p>Nun aber zur\u00fcck zu Domenico:<br \/>\nDie optische Schlichtheit der website f\u00fchrt Domenico auf seiner Tageskarte, oder besser: Tagesschiefertafel, fort.<br \/>\nLediglich 2 4-Gang-Men\u00fcs finden dort Platz, die mir beide schon beim Lesen das Wasser im Munde zusammen laufen lassen.<br \/>\nGepeinigt von der Tatsache, heute au\u00dfer einem kalten, angebissenen McD-ChickendingsbumsBurger noch fast nichts in meinen knurrenden Magen aufgenommen zu haben, entscheide ich mich kurzerhand f\u00fcr das etwas teurere Men\u00fc 2. Die \u20ac 45 \u00fcberschreiten zwar meine Reisetagesdi\u00e4t von \u20ac 36, aber druff gschisse \u2013 pflegt man hierzulande zu sagen.<\/p>\n<p>Il Primo nennt sich erwartungsvoll \u201aGambero Rosso\u2018. Das Seafood-Tris von Kabeljau, Schwertfisch und \u00fcberbackener Jakobsmuschel trifft zeitlich ideal auf meine erste Hungerattacke. Das Gambero-Rosso-Primo ist nicht nur optisch gesehen ein absoluter (Augen)Schmaus. Lecker!<\/p>\n<p>Auf das darauf folgende Secondo freue ich mich schon. Tagliatelle standen auf der Schiefertafel und der Kellner erz\u00e4hlte was von \u201aam Tisch zubereitet\u2018.<br \/>\nMeine Neugier wird befriedigt als Domenico personalmente, einen Laib Grana Padano auf einem Servierwagen an mein Tischchen karrt und die Tagliatelle direkt vor meiner Nase darin zubereitet.<br \/>\nTagilatelle formaggio vom Feinsten. Sowohl die Gr\u00f6\u00dfe als auch die \u00dcppigkeit der Portion lassen mir ausreichend Platz und Vorfreude f\u00fcr bzw. auf den Hauptgang.<\/p>\n<p>Das Tagliata (oder die Tagliata?) ist zart rosa gebraten, zugedeckt von einem Rucolabettchen und gekr\u00f6nt von fast geschmolzenem Grana Padano. Perfetto!<br \/>\nAm Ende des oder der Tagliata bin ich ges\u00e4ttigt aber auch entt\u00e4uscht, dass nichts mehr auf dem Teller ist.<\/p>\n<p>F\u00fcrs Finale g\u00f6nnt mir Domenico eine kleine Verschnaufpause. Dann aber darf ich zum Abschluss nochmal ein unaufgeregt italienisches Tris genie\u00dfen: eine Ecke Tiramisu, ein bisserl Pannacotta und als Highlight ein Gelato di Zucca di Mantova. Also: Eis von mantovanischem K\u00fcrbis mit Bitterschokosp\u00e4nen oben dr\u00fcber. Vor lauter Gier vergesse ich doch glatt, mit meinem Z10 ein Bildchen zu schie\u00dfen. Tonto io!<\/p>\n<p>Fazit:<br \/>\nWer sich mal in die N\u00e4he von W\u00fcrzburg begibt und ein wenig Zeit findet, dem empfehle ich diesen Abstecher \u2013 nur unweit der A3 \u2013 ins beschauliche Eibelstadt.<br \/>\nKann mir vorstellen, dass das Lokal besonders im Sommer mit direktem Blick auf den Main sehr einladend sein mag.<\/p>\n<p>Wein heil aus Eibelstadt!<\/p>\n<p>HL<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch vor wenigen Stunden tafelten wir gemeinsam im Gourmettempel \u201ada Gerda\u2018 in M\u00fcnster und schl\u00fcrften feinste Cabernets, Merlots und Gepanschtes aus beidem. Triebaumer, Almaviva oder Schreckbichl sind nur einige Weinhighlights an die ich mich entsinnen kann. Die Namen der Franzosen kann sich ja keiner merken, ich halt nicht. 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